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Wel­che Arten der Bau­fi­nan­zie­rung gibt es?

Es gibt ver­schie­de­ne Arten der Bau­fi­nan­zie­rung: Wir klä­ren Sie über die ver­schie­de­nen Optio­nen auf. Annui­tä­ten­dar­le­hen stel­len zwar die gän­gigs­te Art der Bau­fi­nan­zie­rung dar, sie sind aller­dings nicht die ein­zi­ge Mög­lich­keit. Kre­dit­in­sti­tu­te offe­rie­ren ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, wel­che alle gewis­se Vor­tei­le bie­ten, aber lei­der auch mit gewis­sen Nach­tei­len ver­bun­den sein kön­nen. Alle Dar­le­hens­ar­ten ver­fü­gen über eine Daseins­be­rech­ti­gung. Wir haben für Sie die gän­gigs­ten 5 Arten der Bau­fi­nan­zie­rung aufgelistet.

Wo lie­gen die Unter­schie­de zwi­schen Bau­fi­nan­zie­rung und Immobilienfinanzierung?

 

Um es abzu­kür­zen: Es gibt kei­ne Unter­schie­de zwi­schen einer Bau­fi­nan­zie­rung und einer Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung. Bei­de Begrif­fe aus der Finan­zie­rungs­bran­che beschrei­ben die glei­che Art des Dar­le­hens. “Bau­fi­nan­zie­rung” und “Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung” sind letzt­lich Synonyme.

All­ge­mein gibt es jedoch die Ten­denz, im Zusam­men­hang mit einem Neu­bau von einer Bau­fi­nan­zie­rung zu spre­chen, wohin­ge­gen der Begriff der Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung meist bei Bestands­im­mo­bi­li­en ver­wen­det wird. Hier gibt es kein Rich­tig und Falsch, den­noch nut­zen Spar­kas­sen, Volks­ban­ken und ande­re Finanz­dienst­leis­ter vor­ran­gig das Wort “Bau­fi­nan­zie­rung”.

1. Ann­uni­tätdar­le­hen

Das typi­sche Merk­mal eines Annui­tä­ten­dar­le­hens ist, dass die monat­li­chen Raten gleich blei­ben, wel­che sich aus den Zin­sen der Bau­fi­nan­zie­rung und der ent­spre­chen­den Til­gung erge­ben. Mit der Til­gung zahlt der Kre­dit­neh­mer jeden Monat sei­ne Kre­dit­schuld zurück, wohin­ge­gen die Zin­sen aus­schließ­lich auf den geschul­de­ten Betrag gerech­net wer­den. Mit fort­schrei­ten­der Lauf­zeit nimmt daher der Zins­an­teil ab, da der Rück­zah­lungs­an­teil steigt. Die monat­li­che Rate bleibt kon­stant, jedoch ver­schiebt sich das Zins-Til­gungs-Ver­hält­nis inner­halb die­ses Betrags.

Was sind die Vor­tei­le eines Annuitätendarlehens?

Die fes­te Zins­bin­dung gibt dem Kre­dit­neh­mer vol­le Pla­nungs­si­cher­heit für einen lan­gen Zeit­raum (5 bis 30 Jah­re). Zudem ist bereits beim Ver­trags­ab­schluss bekannt, wie hoch die Sum­me für die Anschluss­fi­nan­zie­rung sein wird, falls der Betrag nicht bis zum Ende der Zins­fest­schrei­bung zurück­ge­zahlt ist.

Was sind die Nach­tei­le eines Annuitätendarlehens?

Die Zins­bin­dung führt zu einer begrenz­ten Fle­xi­bi­li­tät, wenn kei­ne Son­der­til­gungs­op­tio­nen ver­trag­lich ver­ein­bart wor­den sind. Des Wei­te­ren kann eine Anschluss­fi­nan­zie­rung auch zu einer gewis­sen Unge­wiss­heit füh­ren, weil künf­ti­ge Zins­ent­wick­lun­gen nicht vor­her­seh­bar ist. Wer kennt schon den Zins­markt des Jah­res 2030?

Für wen ist ein Annui­tä­ten­dar­le­hen geeignet?

Beson­ders geeig­net sind Annui­tä­ten­dar­le­hen für Bau­her­ren und Immo­bi­li­en­er­wer­ber, die Pla­nungs­si­cher­heit brau­chen und die Immo­bi­lie sel­ber nut­zen wollen.

Was ist bei Annui­tä­ten­dar­le­hen noch wich­tig zu wissen?

Die Erfah­rung zeigt, dass Son­der­til­gungs­op­tio­nen ver­trag­lich fixiert wer­den soll­ten. Dies ermög­licht dem Kre­dit­neh­mer, die Dar­le­hens­sum­me schnel­ler zurück­zah­len zu kön­nen. Zudem ist es loh­nens­wert, die Optio­nen eines KfW-Dar­le­hens zu prü­fen. Die Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW) bie­tet hier­für diver­se Pro­gram­me, wel­che ein ener­gie­ef­fi­zi­en­tes Bau­en mit güns­ti­gen Kon­di­tio­nen beloh­nen. Die­se KfW-Opti­on lässt sich auch mit einem Annui­tä­ten­dar­le­hen kom­bi­nie­ren. Mög­lich­wei­se ist auch ein Vor­fäl­lig­keits­schutz sinn­voll, da die­ser gewis­ser­ma­ßen als Absi­che­rung fun­giert, wenn der Kre­dit vor­zei­tig abge­löst oder das Haus ver­kauft wer­den muss. In einer sol­chen Situa­ti­on besteht die Mög­lich­keit zur Umwand­lung eines Annui­tä­ten­dar­le­hens in ein künd­ba­res Dar­le­hen. Bei einem Vor­fäl­lig­keits­schutz ent­ste­hen jedoch Zusatzkosten.

2. End­fäl­li­ges Darlehen

Der Unter­schied zwi­schen einem end­fäl­li­gen Dar­le­hen und ande­ren Dar­le­hens­for­men der Bau­fi­nan­zie­run­gen besteht dar­in, dass die Kre­dit­neh­mer wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit nur die Zin­sen zahlt. Daher nen­nen vie­le Bran­chen­ex­per­ten das “endffäl­li­ge Dar­le­hen” auch “til­gungs­frei­es Dar­le­hen”. Die Dar­le­hens­sum­me wird durch den Kre­dit­neh­mer jedoch erst am Ende der Lauf­zeit in einer Rate getilgt, bei­spiels­wei­se mit­tels eines Bau­spar­ver­trags oder einer kapi­tal­bin­den­den Lebensversicherung.

Was sind die Vor­tei­le eines end­fäl­li­gen Darlehens?

– Nied­ri­ge monat­li­che Raten
– Zin­sen kön­nen steu­er­lich gel­tend gemacht wer­den (falls das Objekt nicht für Eigen­nut­zung vor­ge­se­hen ist)

Was sind die Nach­tei­le eines end­fäl­li­gen Darlehens?

– Höhe­re Zin­sen
– Höhe­re Kos­ten der Bau­fi­nan­zie­rung
– Mög­li­che Doppelbelastung

Für wen ist ein end­fäl­li­ges Dar­le­hen geeignet?

End­fäl­li­ge Dar­le­hen eig­nen sich beson­ders für Bau­her­ren, wel­che den Wohn­raum für eige­ne Zwe­cke nicht nut­zen wol­len oder kön­nen. Die Erklä­rung hier­für ist sim­pel: Zin­sen der Finan­zie­rung kön­nen steu­er­min­dernd gel­tend gemacht wer­den. Wenn bereits wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit Miet­ein­nah­men gene­riert wer­den, wer­den die­se ange­legt und abschlie­ßend für die Kre­dit-Til­gung verwendet.

Was ist bei end­fäl­li­gen Dar­le­hen noch wich­tig zu wissen?

Bereits wäh­rend der Lauf­zeit des end­fäl­li­gen Dar­le­hens par­al­le­le Ein­zah­lun­gen in einen Bau­spar­ver­trag oder eine Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung vor­zu­neh­men, ist oft nicht sinn­voll. Einer­seits kön­nen dadurch zusätz­li­che Ver­wal­tungs­kos­ten ent­ste­hen und die Zin­sen für die Kre­di­te über­stei­gen oft die Zins­er­trä­ge, die Sie die mit der Anla­ge erzie­len. Auf der ande­ren Sei­te müs­sen Til­gungs­ter­min und Fäl­lig­keits­zeit­punkt der Anla­ge aufeinandertreffen.

3. Varia­bles Darlehen

Das varia­ble Dar­le­hen zeich­net sich dadurch aus, dass der Kre­dit­neh­mer regel­mä­ßig eine Zins­an­pas­sung (gemes­sen am aktu­el­len Markt­zins, im Regel­fall quar­tals­wei­se ange­passt) bekommt. Gera­de bei sin­ken­den Zin­sen pro­fi­tiert der Bau­herr auf abseh­ba­re Zeit von die­ser Sach­la­ge, jedoch erhöht sich die monat­li­che Belas­tung im Fal­le eines Zinsanstiegs.

Grö­ße­re Fle­xi­bi­li­tät ist gewähr­leis­tet, wenn der Kre­dit­neh­mer zum Ende jeder Zins­bin­dungs­pe­ri­ode die Mög­lich­keit hat, die Dar­le­hens­sum­me vor­zei­tig zurück­zu­zah­len. Ist dies der Fall, erhebt die Bank kei­ne soge­nann­te Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung. Zudem kann man das Dar­le­hen mit einer lang­fris­ti­gen Zins­bin­dung ver­se­hen, falls der Zins­satz ansteigt.

Was sind die Vor­tei­le eines varia­blen Darlehens?

– Kun­den­freund­li­che Fle­xi­bi­li­tät
– Vor­zei­ti­ge Til­gung mög­lich (Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung nicht nötig)
– Prak­ti­sche Kün­di­gungs­frist (3 Monate)

Was sind die Nach­tei­le eines varia­blen Darlehens?

– Zins­schwan­kun­gen kön­nen sich nega­tiv aus­wir­ken
– Kaum Pla­nungs­si­cher­heit (Kre­dit­ra­te ändert sich in jedem Quartal)

Für wen ist ein varia­bles Dar­le­hen geeignet?

Beson­ders geeig­net ist ein varia­bles Dar­le­hen für Bau­her­ren mit hohen Rück­la­gen, da sich durch soli­des Eigen­ka­pi­tal eine monat­li­che Mehr­be­las­tung durch stei­gen­de Zin­sen wun­der­bar abfe­dern lässt. Gene­rell ist ein varia­bles Dar­le­hen vor allem für Bau­her­ren geeig­net, wel­che das Gesche­hen der Finanz­märk­te regel­mä­ßig und aktiv verfolgen.

Was ist bei varia­blen Dar­le­hen noch wich­tig zu wissen?

Vor allem wegen der durch­aus mög­li­chen Zins­schwan­kun­gen darf das varia­ble Dar­le­hen nicht als Dau­er­lö­sung ange­se­hen wer­den, viel­mehr stellt es eine Form der Zwi­schen­fi­nan­zie­rung dar. Sinn­voll ist ein varia­bles Dar­le­hen, wenn abseh­bar ist, wann und wie es durch eine ande­re Dar­le­hens­form abge­löst wer­den könn­te. Für lang­fris­ti­ge Bau­fi­nan­zie­run­gen ist das Annui­tä­ten­dar­le­hen meist die bes­se­re Alternative.

4. For­ward Darlehen

Das For­ward-Dar­le­hen ist gewis­ser­ma­ßen eine ´Spe­zi­al­form´ des Annui­tä­ten­dar­le­hens. Die Beson­der­heit liegt dar­in, dass die Kre­dit­sum­me nicht sofort aus­ge­zahlt wird. Die Kre­dit­sum­me wird erst nach einer ver­ein­bar­ten War­te­zeit (bis zu 5 Jah­re) aus­ge­zahlt. In die­ser Pha­se fal­len weder monat­li­che Raten noch soge­nann­te Bereit­stel­lungs­zin­sen an.

Wie läuft ein For­ward-Dar­le­hen ab?

Zuerst wird das Dar­le­hen zu den ver­ein­bar­ten Kon­di­tio­nen abge­schlos­sen, im zwei­ten Schritt wird die soge­nann­te For­ward-Peri­ode fest­ge­legt. Danach erfolgt die Frei­ga­be der Dar­le­hens­sum­me, womit die Raten­zah­lun­gen begin­nen können.

Was ist der Zweck eines Forward-Darlehens?

Der Zweck eines For­ward-Dar­le­hens liegt im Pro­fi­tie­ren von aktu­el­len, güns­ti­gen Markt­zin­sen (bei einer spä­te­ren Bau­fi­nan­zie­rung). Aller­dings kos­tet die­se soge­nann­te Zins­ga­ran­tie Geld, und die Kre­dit­in­sti­tu­te ver­lan­gen einen Auf­schlag. Die Höhe die­ses Zins­ga­ran­tie-Auf­schlags ist unter ande­rem abhän­gig von der Län­ge der For­ward-Peri­ode und dem gegen­wär­ti­gen Marktzins-Niveau.

Was sind die Vor­tei­le eines Forward-Darlehens?

– Von den (güns­ti­gen) Kon­di­tio­nen der Gegen­wart in der (womög­lich ungüns­ti­gen) Zukunft pro­fi­tie­ren
– Pla­nungs­si­cher­heit durch fes­te Zins­bin­dung
– Kein Risi­ko durch stei­gen­de Zinsen

Was sind die Nach­tei­le eines Forward-Darlehens?

– Höhe­re Kos­ten wegen Zins­auf­schlag
– Womög­lich güns­ti­ge­re Zin­sen nicht nutz­bar
– Frü­hes Fest­le­gen auf einen ver­bind­li­chen Vertrag

Für wen ist ein For­ward-Dar­le­hen geeignet?

For­ward-Dar­le­hen sind beson­ders geeig­net für Haus­bau­er, wel­che sich in einer Nied­rig­zins-
Pha­se für eine Bau­fi­nan­zie­rung entscheiden.

Was ist bei For­ward-Dar­le­hen noch wich­tig zu wissen?

Wie beim klas­si­schen Annui­tä­ten­dar­le­hen gilt bei For­ward-Dar­le­hen, dass Son­der­til­gun­gen
sinn­voll sind, da durch Son­der­til­gun­gen der Kre­dit schnel­ler abbe­zahlt ist.

5. Voll­til­ger Darlehen

Wenn die gesam­te Kre­dit­sum­me inner­halb der Lauf­zeit getilgt wird, erhal­ten Bau­fi­nan­zie­run­gen die Zuord­nung als Voll­til­ger-Dar­le­hen. Nor­mal­wei­se betra­gen die Lauf­zei­ten 20 – 25 Jahre.

Was sind die Vor­tei­le eines Volltilger-Darlehens?

– Abso­lu­te Pla­nungs­si­cher­heit
– Kei­ne Anschlussfinanzierung

Was sind die Nach­tei­le eines Volltilger-Darlehens?

– Höhe­re Bau­zin­sen
– Kei­ne Flexibilität

Für wen ist ein Voll­til­ger-Dar­le­hen geeignet?

Voll­til­ger-Dar­le­hen sind vor allem für ein­kom­mens­star­ke Kre­dit­neh­mer lohnenswert.

Was ist bei Voll­til­ger-Dar­le­hen noch wich­tig zu wissen?

Nach 10 Jah­ren Lauf­zeit besteht bei Voll­til­ger-Dar­le­hen ein Son­der­kün­di­gungs­recht (die Frist beträgt 6 Mona­te). Die­ses Son­der­kün­di­gungs­recht ist vor allem bei sin­ken­den Zin­sen sinnvoll.

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